Nvidia, die Chip-Herstellerin, derzeit höchstbewertete Unternehmung der Welt, bürgt für langjährige Rechenzentren-Mietverträge von KI-Firmen. Im Gegenzug verpflichten sich die Unternehmen, ihre Chips bei Nvidia einzukaufen. Gemäss «Wall Street Journal» soll Nvidia alleine für OpenAI eine Bürgschaft im Umfang von 105 Mrd. Dollar für einen Mietvertrag eines im Bau befindlichen Rechenzentrums in Ohio eingegangen sein. In den Medien ist von zahlreichen derartigen gegenseitigen Garantien die Rede. Brisant ist, dass Bürgschaften in der Bilanz nicht direkt zu Buche schlagen, sondern als Eventual-Verpflichtung erwähnt werden. Es ist zweifelhaft, ob all diese Verflechtungen transparent gemacht werden und auf ihr potenzielles Risiko hin analysiert werden können.
Tech-Giganten haben aufgrund ihrer hohen Cashflows derzeit noch gute Ratings. Ihre Anleihen befinden sich deshalb in allen gängigen Obligationenindizes. Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass die Tech-Giganten nicht nur einen hohen Anteil am Aktienvermögen Ihrer Pensionskassen ausmachen, Sie sind vermutlich auch im Rahmen der Unternehmensanleihen USA, Europa und der CHF-Obligationen in sie investiert.
Noch ist der Himmel am KI-Himmel rosig, die Möglichkeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unbegrenzt, doch tauchen vermehrt Warnschilder am Rand des Weges in die KI-Zukunft auf. Die KI revolutioniert zweifelsohne unsere Welt. Wie bei vergangenen wirtschaftlichen Revolutionen wird es aber zu einer Zäsur kommen, die die zukunftsfähigen Geschäftsmodelle von denen trennen wird, die mehr heisse Luft als profitable Produkte oder Dienstleistungen produzieren.
Vorsicht vor doppelter Ohrfeige!