Geld sucht bekanntlich Rendite. Manchmal findet es stattdessen einen Immobilienfonds. Nach Recherchen der «Süddeutschen Zeitung», des NDR und des WDR haben 17 deutsche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen zusammen mindestens 170 Mio. Euro in Fonds investiert, die später in Schieflage gerieten. Das tatsächliche Volumen dürfte höher liegen. Pikant ist vor allem, wer investierte: Krankenkassen müssen Beitragsgelder so anlegen, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint. Mehrere Institutionen klagen nun gegen Banken und Fondsanbieter und erklären, sie seien über die Risiken getäuscht worden. Die Gegenseite verweist auf die Anlageunterlagen. Ein Gericht muss nun klären, ob die Risiken zu gut versteckt oder zu schlecht gelesen wurden.
Vorsorge auf Börsenkurs
Dass Vorsorgegeld an den Finanzmärkten arbeitet, ist an sich normal. In den USA ist die Verbindung allerdings besonders eng. Wie der «Spiegel» schreibt, verfügen 61% der Amerikaner über steuerbegünstigte, überwiegend aktienbasierte Vorsorgekonten. Der Börsenboom hat selbst Beschäftigten mit gewöhnlichen Einkommen siebenstellige Guthaben beschert. Doch die Erfolgsgeschichte hat eine Kehrseite: Fallen die Kurse stark und länger, schrumpfen nicht nur die Vorsorgevermögen. Auch der Konsum könnte nachgeben. Deshalb wird bereits diskutiert, ob der Aktienmarkt gesellschaftlich zu wichtig geworden ist, um einen längeren Absturz hinzunehmen. Eine staatliche Kursgarantie gibt es nicht. Schon die Erwartung einer Rettung kann Anleger jedoch dazu verleiten, zusätzliche Risiken einzugehen.
Konsum in neuer Verpackung
Mit Risiken anderer Art kämpfen chinesische Banken. Viele Kunden bezahlen dort längst mit WeChat Pay oder Alipay. Laut der «Süddeutschen Zeitung» sank die Zahl der Kreditkarten seit 2022 von 807 auf 687 Millionen. Nun soll KI dem Plastik neues Leben einhauchen. Statt Bonusmeilen erhalten Karteninhaber Guthaben für Chatbots und digitale Agenten. Wer konsumiert, sammelt Rechenleistung. Der Gegenwert fällt allerdings oft kaum höher aus als bei früheren Thermobechern oder Kinogutscheinen. Neu ist vor allem das Vokabular. Den Banken geht es ohnehin weniger um KI als um den direkten Zugang zu jungen, gutverdienenden Kunden, den sie an die Bezahl-Apps verloren haben.
Junge Kundschaft beschäftigt auch das Schweizer Dermatologieunternehmen Galderma, allerdings nicht wegen Kreditkarten. Wie die «Financial Times» berichtet, greifen immer mehr Menschen bereits in ihren Zwanzigern zu kleinen Botox-Dosen, bevor deutliche Falten entstehen. «Baby Botox» nennt sich diese vorbeugende Behandlung. Das Zuger Unternehmen profitiert davon: Der Umsatz mit ästhetischen Injektionsprodukten stieg 2025 um 11.5% auf 2.5 Mrd. Dollar. Zugleich investiert Galderma in Schulungen. Weil weltweit auch ungenügend ausgebildete Anbieter spritzen, bildete das Unternehmen 2025 mehr als 100000 Gesundheitsfachpersonen aus. Fehlbehandlungen schaden schliesslich nicht nur Gesichtern, sondern auch Marken.
Abkühlung mit Aufpreis
Nach so viel Vorsorge für Alter, Aussehen und KI bleibt während der diesjährigen Hitzewelle die klassische Sommerfrage: Was kostet die Abkühlung? In Deutschland lagen die Eintrittspreise für Schwimmbäder im Juni 3.6% über dem Vorjahresniveau, wie der «Spiegel» unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet. Die allgemeine Teuerung betrug 2.3%. Immerhin wurden Sonnenschirme und Badebekleidung teilweise günstiger. Der Weg ins Wasser kostet also mehr, die passende Ausstattung etwas weniger. Wer beim Eintritt spart, muss allerdings draussen bleiben.
Vom Immobilienfonds zur Faltenspritze