In Bannewitz südlich von Dresden fand ein Gemeindemitarbeiter beim Rasenmähen zehn Goldbarren. Nicht der übliche Ertrag kommunaler Grünpflege. Nach Ablauf der Finderfrist darf die Gemeinde nun über den Fund verfügen, denn niemand konnte glaubwürdig belegen, Eigentümer zu sein. «Ich hatte viele, viele E-Mails, Anrufe und Briefe», sagte Bürgermeister Heiko Wersig laut «BR24» (23. April). Rechnung und Seriennummern habe aber keiner vorlegen können. Die zehn Unzen sind rund 40000 Euro wert und sollen Vereinen in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Heimat- und Brauchtumspflege zugutekommen. Der Rasenmäher steht weiterhin im Gemeindedepot.
Der vergessliche Grossvater
Im Landkreis Traunstein kaufte ein 57-Jähriger über «Kleinanzeigen» einen gebrauchten Tresor für 15 Euro. Als er ihn im Keller verbauen wollte, fand er ein nachträglich eingebautes Geheimfach – und darin einen 250 Gramm schweren Goldbarren im Wert von rund 33000 Euro, wie «BR24» (20. April) berichtet. Der Verkäufer hatte den Safe im Auftrag seines 92-jährigen Grossvaters veräussert, der den Barren wohl schlicht vergessen hatte. Den Preis hatte der alte Herr bereits von 20 auf 15 Euro gesenkt, weil sich zunächst niemand meldete. Seine Ansage dabei: «Wenn es dann auch niemand nimmt, schmeissen wir das Ding einfach weg.» Das Gold wäre wohl für immer verloren gewesen. Rechtlich spricht laut einem von «BR24» zitierten Rechtsanwalt vieles dafür, dass es beim ursprünglichen Eigentümer bleibt; der Käufer will es zurückgeben und soll einen Finderlohn erhalten.
Verspäteter Gewinn
Es gibt Dinge, die ein Abonnement nicht kann: kochen, spazieren gehen, sich über das Wetter beschweren. Gewinnen kann es. Ein Mann aus dem Westerwaldkreis hatte beim Eurojackpot ein laufendes Spiel-Abo. In der Ziehung vom 10. März fielen auf seinen längst abgegebenen Tipp rund 703600 Euro – ein Gewinn, den er nie erfahren hat, wie «Der Spiegel» (15. April) schreibt. Er starb. Das Abo nicht. Die Rechtslage ist laut «Lotto24» eindeutig: Der Betrag fällt in den Nachlass und geht an die Erben über. Die Prüfung sei abgeschlossen; ausgezahlt werde die Summe an die Witwe. Es bleibt eine Geschichte mit merkwürdigem Nachgeschmack – nicht traurig genug für eine Tragödie, nicht heiter genug für eine Pointe. Irgendwo dazwischen: ein Mann, der für seine Familie vorgesorgt hat, ohne es zu wissen.
Wenn Ordensfrauen verkaufen
Beim Kloster Ingenbohl fällt der Massstab ein wenig anders aus. Es hat das Basler Claraspital an das Universitätsspital Basel verkauft. Den Kaufpreis haben beide Parteien unter Stillschweigen vereinbart, doch die veröffentlichte Bilanz des Spitals spricht deutlich: Die Übernahme dürfte rund eine halbe Milliarde Franken gekostet haben, wie «Blick» (15. April) berichtet. Für das Kloster ist der Erlös kein Glückstreffer, sondern Altersvorsorge. Schwester Tobia erklärt gegenüber «Blick»: «Nur 15 der insgesamt 270 Klosterschwestern sind heute jünger als 70 Jahre.» 125 Ordensmitglieder leben bereits in Pflegeheimen oder betreutem Wohnen. Ein wichtiger Teil der Verwendung ist damit absehbar. Was mit dem übrigen Geld geschieht, bleibt vorerst das Geheimnis des Klosters.
Es gibt offenbar viele Wege zum Geld. Man kann es mähen, aufschrauben, abonnieren oder ein Spital verkaufen. Doch egal wie originell der Anfang ist: Am Schluss wird aus dem Wunder eine Zuständigkeit. Das ist vielleicht die zuverlässigste Rendite der Bürokratie.
Wem gehört das Glück?