Welches Lied beschreibt Ihre Arbeit am besten?
Das Lied «Dene wo’s guet geit» von Mani Matter. Es thematisiert die soziale Ungleichheit und dass es uns allen als solidarische Gesellschaft besser geht.
Welches Konzert hat Sie geprägt – und gibt es daraus etwas, das auch für Führungsarbeit gilt?
Mein erstes Konzert war Bryan Adams in Basel, wo ich als Jugendlicher mit den Erwachsenen hingehen durfte. Seither kommt mir immer noch Bryan Adams in den Sinn, wenn ich ein grosses Konzert besuche. Und Bryan Adams ist immer noch aktiv auf der Bühne. Das zeigt, dass man auch in der politischen Arbeit einen langen Atem haben muss: langfristig denken und dranbleiben.
Bei welcher Musik können Sie am besten über schwierige Entscheidungen nachdenken?
Um nachzudenken, brauche ich eher Ruhe.
Was kann ein Stiftungsrat einer Pensionskasse von einer guten Band lernen?
Im Stiftungsrat braucht es verschiedene Stimmen, die eine gute Mischung ergeben. Manchmal braucht es von der Arbeitgeberseite ein Solo und manchmal von der Seite der Arbeitnehmenden. Wie in einer guten Band ergänzt man sich und unterstützt sich gegenseitig. Es muss im Einklang sein, wie im Bonmot: «C’est le ton qui fait la musique».
Gibt es einen Entscheid, bei dem Sie sagen würden: Das war gut orchestriert?
Als Präsident von Travailsuisse bin ich etwas voreingenommen, aber die Einführung des Vaterschaftsurlaubs war gut orchestriert. Vom Input bis zur Volksabstimmung stimmte alles, so dass wir seit dem 1. Januar 2021 einen Vaterschaftsurlaub haben.
In der Musik braucht es Rhythmus. Wo braucht eine Pensionskasse mehr Taktgefühl?
Bei den Leistungsverbesserungen. Wenn es gut läuft, soll man über Leistungsverbesserungen nachdenken und den Versicherten mit Taktgefühl etwas zurückgeben und auf ihre Konti gutschreiben. Auch bei den Kosten ist Taktgefühl nicht falsch, wenn ich an die Broker denke.
Wo ist gutes Timing in der 2. Säule besonders wichtig?
Aus Sicht der Versicherten: Sich frühzeitig über seine eigene Vorsorge Gedanken machen. Nicht, wenn es schon zu spät ist.
Wann ist im Vorsorgeuniversum eher Pianissimo gefragt, wann Fortissimo?
Pianissimo gilt politisch momentan bei der Diskussion um die Senkung des Umwandlungssatzes. Derzeit gibt es eine junge Generation von Stiftungsräten, die es nicht mehr gewohnt ist, dass man etwas verteilen kann. Hier ist es angebracht, mit mehr Fortissimo über Leistungsverbesserungen zu sprechen.
In der Popmusik wechseln Trends schnell. Welche Themen in der 2. Säule sind aus Ihrer Sicht nur Mode, welche bleiben strukturell wichtig?
Am Schluss zählt für die Versicherten das Vorsorgeversprechen; also die Verzinsung und der Umwandlungssatz. Mehr als Mode betrachte ich dagegen die Diskussion um Individualisierung.
C’est le ton qui fait la musique