Das Reglement. Die «42» der Vorsorgewelt – die Douglas-Adams-gleiche «Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest». Vor allem dem ganzen Rest.
In mindestens 42 Abschnitten, nicht selten auch Seiten. Für Versicherte ungefähr so intuitiv wie ein Ikea-Aufbauplan – nur ohne Bildchen und mit deutlich grösseren finanziellen Konsequenzen.
Was uns zur künstlichen Intelligenz führt. Die nämlich kann längst Reglemente durchsuchen und vergleichen, Fälle vorbereiten, Fragen beantworten oder Vorsorgeszenarien skizzieren und erklären. Wobei auch eine künstliche Intelligenz, die eine falsche Vorsorgeauskunft mit grosser Überzeugung präsentiert, natürlich weder strategisch noch innovativ ist. Sie ist einfach schneller falsch, als Pensionskassenmitarbeitende es je sein könnten.
Die Pensionskasse der Zukunft ist deshalb nicht jene, die am meisten KI, Apps oder Chatbots einsetzt. Sondern jene, die den Mut hat, wegzulassen.
Weniger Formulare.
Weniger Medienbrüche.
Weniger manuelle Kontrollen.
Weniger Excel.
Weniger PDFs, die irgendwo heruntergeladen, ausgedruckt, unterschrieben, eingescannt und wieder hochgeladen werden.
Und vor allem weniger: «Das haben wir immer schon so gemacht.»
Vielleicht sogar ein paar PowerPoint-Folien weniger über die digitale Transformation.
Denn Digitalisierung ist am Ende erstaunlich unspektakulär.
Sie bedeutet nicht, dass eine Pensionskasse plötzlich ein Portal hat.
Sie bedeutet auch nicht, dass irgendwo ein Chatbot «Hallo, wie kann ich Ihnen helfen?» sagt.
Und schon gar nicht, dass aus einem Brief ein PDF wird.
Digitalisierung bedeutet: Die versicherte Person muss weniger tun.
Weniger klicken.
Weniger ausfüllen.
Weniger nachfragen.
Weniger «Das geht leider nicht» hören und ertragen.
Und wenn der Vorsorgeausweis dann irgendwann nicht mehr nur als PDF bereitsteht, sondern auch neugierig abgerufen wird, können wir von echtem, digitalem Fortschritt sprechen.
Der darf dann gerne auch im altbekannten PDF-Format daherkommen. So viel Tradition muss sein.
Oder warum ein PDF noch keine Digitalisierung macht