Oder was Rechnungsführende in der Vorsorge vom Siebten Himmel auf die Palme bringt | Schweizer Personalvorsorge
Schliessen
Echt jetzt

Oder was Rechnungsführende in der Vorsorge vom Siebten Himmel auf die Palme bringt

Im sogenannten «verflixten 7. Jahr» sind Ehen und Beziehungen laut Volksmund und Aberglauben besonders krisenanfällig. Barbara und Boris Becker, Kate Winslet und Sam Mendes, Heidi Klum und Seal, Ashton Kutcher und Demi Moore – die Liste derer, deren Eheschwur es nicht ins achte Jahr schaffte, ist prominent und lang. Prominent machte dieses Phänomen ursprünglich allerdings vor allem Marilyn Monroe mit ihrem Film «Das verflixte 7. Jahr», der dem Klischee vom Scheitern der Ehe nach sieben Jahren zu weltweiter Bekanntheit verhalf.

07.04.2026
Lesezeit: 3 min

Dabei ist das verflixte siebte Jahr nicht nur ein Märchen im Volksmund. Tatsächlich gilt dieses Jahr laut Studien als Scheidepunkt (im allzu wörtlichen Sinne) einer Ehe oder Beziehung. Als Gründe dafür extrahierten die Wissenschaftler, dass der Nachwuchs in dieser Phase in die Schule komme und die berufliche Belastung steige, dass die Romantik der Anfangsjahre dem Alltag zum Opfer gefallen sei. Und dass die wohl unrealistische Erwartung bestehe, die Beziehung möge allen Umständen und Widrigkeiten zum Trotz reibungslos funktionieren. Nicht zuletzt eruierten die Forschenden, dass die anfängliche Leidenschaft nach sieben Jahren vielfach erloschen sei. In einfacher Sprache heisst das, der Partner oder die Partnerin ist nicht mehr attraktiv, der Sex selten, dafür aber langweilig. Und auf den Wunsch nach Abwechslung folgen allzu oft Taten. 

 

Das «verflixte 7. Jahr» ist also beileibe nichts für Herzkino-Anhängerinnen und -Anhänger, nichts für Rosamunde-Pilcher-Fans oder Jane-Austen-Leserinnen. Das «verflixte 7. Jahr» ist nur etwas für richtige Paare: für solche, die den Konflikt um Verschluss- und Aufrolltechniken der Zahnpastatube noch vor dem „zu-dir-oder-zu-mir“ ratgebermässig ausdiskutiert haben und Loriot und sein berühmtes Frühstücksei nur müde belächeln. Pah!

 

Für richtige Paare – kurz FRP, also. Womit «FRP-7», nach allem, was wir nun über das verflixte 7. Jahr wissen, eine ganz neue Bedeutung bekommt. Echt jetzt? Echt jetzt. Von wegen Fachrichtlinie, die die Pflichten und Aufgaben des Experten für berufliche Vorsorge bei der gesetzlichen Überprüfung einer Vorsorgeeinrichtung mit mehreren Vorsorgewerken regelt – pah! Von wegen relevant für Gemeinschafts- und Sammeleinrichtungen, insbesondere bei Wettbewerb – hah!

 

Vielmehr steht «FRP-7» synonym für – siehe oben – berufliche Belastung, unrealistische Erwartungen und (allzu passend zum Prinzip des schwächsten Gliedes) Flaute im Bett. Wohlgemerkt, ich zitiere nur. Bekanntgemacht hats in diesem Fall nicht Marilyn Monroe, sondern die Kammer der Pensionskassen-Experten. Von naiv und unbedarft kann anders als beim Hollywood-Star also nicht die Rede sein, allerdings wohl auch nicht von Sexappeal.

 

Unabhängig von ihrem Sexappeal - Rechnungsführende der Vorsorgewelt beschäftigt die Fachrichtlinie zum verflixten 7. Jahr nachweislich sogar am Morgen danach. Beim Zähneputzen. Beweismaterial liegt der Redaktion vor, wobei nicht überliefert ist, ob die betreffende Quelle ihre Zahnpastatube rollt oder verschliesst. Selbstverständlich bleibt die Quelle ungenannt und ist der Redaktion namentlich bekannt. Wenn Sie dennoch unbedingt wissen möchten, von wem das nachfolgende Zitat stammt, dann halten Sie nach einer Person mit blitzblanken Zähnen Ausschau. Mit der Zahnbürste im Mund jedenfalls klingt das bei den Rechnungsführenden von Pensionskassen ungefähr so: «FRP-7, nervt mich voll der Sch*gurgeln*. Jetzt müssen wir pro Vorsorgewerk noch einen fiktiven [Anm. d. Redaktion: siehe oben, Märchen im Volksmund] Deckungsgrad rechnen, so als würde jedes Vorsorgewerk seine Rentnerinnen und Rentner [zugegeben, die Quelle gendert nicht beim Zähneputzen, die Redaktionsrichtlinie aber schon] selbst finanzieren. Dabei ist das bei den meisten Vorsorgeeinrichtungen *schrubb* ja überhaupt nicht der Fall! Das hat sich doch wieder irgend so ein sch*gurgeln*lauer Experte ausgedacht, damit seine Expertenkollegen *schrubb* ein bisschen beschäftigt sind *spuck*.» Und schon rauscht nicht nur die Romantik lautmalerisch ins Brünneli, sondern auch die Hoffnung, FRP-7 möge reibungslos funktionieren. Aberglaube, Märchen, Klischee – wenn die Vorsorge mal nicht das Zeug zu Hollywood hat. Echt jetzt? Echt jetzt.