Oder weshalb es bei der Altersvorsorge manchmal mit dem Teufel zugeht | Schweizer Personalvorsorge
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Echt jetzt?

Oder weshalb es bei der Altersvorsorge manchmal mit dem Teufel zugeht

Gespenster, eine geschenkte Stunde und ein Vorsorgeausweis voller Zombiezahlen: Ende Oktober kann es ganz schön unheimlich werden. Zum Glück lässt sich gegen den Vorsorge-Grusel etwas tun – ganz ohne Knoblauch und Zauberspruch.

19.10.2026
Lesezeit: 3 min

Ende Oktober kommen drei Dinge zusammen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: Halloween, die Zeitumstellung und die nahezu rituelle Frage, ob wir vor Jahresende noch schnell einen Einkauf in die Pensionskasse tätigen sollen. Auf den zweiten Blick geht es bei allen um dieselben grossen Fragen: um Zeit, Vergänglichkeit und darum, wie gut wir auf das Unbekannte vorbereitet sind.

Wenn der Vorsorgeausweis gruselt

An Halloween erschrecken uns Gespenster, die wir selbst aus Pappe, Schminke und künstlichen Spinnweben erschaffen haben. Einen ähnlichen Schauder löst bei vielen Schweizerinnen und Schweizern der Blick auf den Vorsorgeausweis aus. Nicht nur, weil ihnen die Begriffe monströs vorkommen, sondern auch, weil der Informationsgehalt das Zeug zum echten Horrortrip hat. Da grinst einen die rentenlückige Fratze an, der Inflationsgeist wabert zwischen den Zeilen, das Zins-Skelett klappert mit seinen mageren Knochen und der Demografie-Vampir saugt Kasse und Beitragszahler aus bis auf den letzten Tropfen. Das ist noch kein Grund, sich unter der Bettdecke zu verstecken. Denn beim Lesen des Vorsorgeausweises hilft, was auch die Geisterbahn bewältigen lässt: ruhig Blut, Nerven wie Drahtseile und ein unbeirrbarer Fokus nach vorn. Gegen den Vorsorge-Grusel hilft kein Blutvergiessen. Auch kreischend vor dem Vorsorgeausweis davonzulaufen hat sich nicht bewährt. Wohl aber eine frühzeitige Planung und ein möglicher Einkauf in die 2. Säule.

Geisterstunde

In der Nacht auf den letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr in der Schweiz von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit kehren wir zur Normalzeit zurück – auch wenn viele weiterhin von „Winterzeit“ sprechen. Für Nachtschwärmerinnen und Nachtschichtarbeitende ist das eine seltene Gelegenheit: eine Stunde mehr feiern, arbeiten oder wach liegen und überlegen, ob man die Umstellung wirklich richtig verstanden hat. Der Kalender schenkt uns also eine Stunde. Zumindest fühlt es sich so an. Ganz im Gegensatz dazu fühlt es sich für viele Schweizerinnen und Schweizer so an, als bekämen sie bei der Altersvorsorge rein gar nichts geschenkt. Niemand stellt die Uhr zurück und kumuliert plötzlich ein zusätzliches Vorsorgejahr auf dem Konto. Ausbildung, Elternzeit, Sabbatical – und schon schwinden normale Beitragsjahre wie von Geisterhand. Dafür wirkt Zeit dort auf andere Weise. Beiträge und Erträge entfalten ihre Wirkung über die Zeit. Der Zinseszinseffekt macht aus Zeit mitunter bares Geld. Fast könnte man meinen, dabei gehe es mit dem Teufel zu.

Süsses oder Saures?

Wer vor der eigenen Altersvorsorge furchtsam die Augen verschliesst und den Vorsorgeausweis meidet wie der Teufel das Weihwasser, der erlebt im Alter womöglich sein „Saures“. Vielleicht ist Ende Oktober der perfekte Moment fĂĽr ein kleines Hexenritual: KĂĽrbis aushöhlen, Uhren umstellen, Vorsorgeausweis hervorholen. Nicht, um sich von den Zahlen Angst einjagen zu lassen, sondern um herauszufinden, was dieses persönliche Grimoire [1] tatsächlich verrät. Denn wer ein umsichtiges Auge auf seine Vorsorge behält, ihr mit einem Einkauf vielleicht sogar zusätzlich Leben einhaucht, dem schenkt sie nach der Pensionierung zwar keine zusätzliche Stunde – aber vielleicht viele sĂĽsse.

 

Echt jetzt? Echt jetzt.



[1] Mysteriöse Zauberschrift.