Es ist vorteilhaft, die Prognosemethodik auf der Anlageseite möglichst stabil zu halten. Schliesslich handelt es sich um langfristige Annahmen. Somit wird auch das Resultat der ALM-Studie, die Anlagestrategie, sich kaum radikal ändern. Regelmässige ALM-Studien und die Langfristigkeit der Kapitalanlagen müssen somit nicht im Widerspruch bleiben.
Eine weitere wesentliche Unbekannte im ALM-Prozess ist die Risikobereitschaft der Entscheidungsträger. Sie haben oft einen erheblichen Spielraum betreffend die Risiken, die sie zu tolerieren bereit sind. So kann es sein, dass je nach Zusammensetzung eines Stiftungsrats eine aggressivere oder konservativere Anlagestrategie aus dem ALM-Prozess resultiert.
Um betreffend Risikoappetit einen gemeinsamen Nenner im Gremium finden zu können, hilft es, konkret über maximal zumutbare Sanierungsmassnahmen für den Fall einer Unterdeckung zu diskutieren und sich Stressszenarien der Kapitalmärkte und ihre Auswirkungen auf das Anlagevermögen vor Augen zu führen.
Zu guter Letzt noch das Phänomen der illiquiden Anlagen, insbesondere der Immobilien Schweiz: Weil sie nur quartalsweise oder gar jährlich bewertet werden, ist ihr Risiko gemessen an der Wertschwankung sehr tief bei gleichzeitig attraktiven Renditeerwartungen. Aus diesem Grund geraten die Gremien in Versuchung, die Allokation in diese Anlagesegmente zu maximieren. Es gilt dabei die Tragbarkeit der Illiquidität, die Komplexität der Umsetzung sowie die Rendite nach Abzug der oftmals hohen Kosten zu berücksichtigen.
ALM: über kurz oder lang?