Beteiligung an der CommCept Trust
Die Beteiligungsgesellschaft CommCept Trust mit Sitz im Kanton Luzern, die sich im Segment des Stock-Picking von börsenkotierten Nebenwerten etabliert hat, beabsichtigt anfangs 2001 einmal mehr ihr Kapital zu erhöhen, wenn möglich zu verdoppeln. Seit 1999 hat die CommCept ihr Kapital in mehreren Etappen konsequent vergrössert. Die Aktionäre, darunter auch die Ascoop, haben an der Generalversammlung die Ausgabe von 100000 bis maximal 1.6 Millionen neuer Aktien bewilligt. Die Ascoop stellt als institutionelle Anlegerin gar ein Mitglied des Verwaltungsrats, in der Person ihres damaligen Direktors. Obwohl die CommCept Trust in den ersten Monaten von 2001 mit den Aktien bereits mehr als die gesamte letztjährige Performance verloren hat, stellt sie in Inseraten ihren Anlageansatz als erfolgreich dar. Tatsache bleibt, wie die Sonntagszeitung Ende September 2002 berichtet, dass die Ascoop mit ihrem Engagement bei CommCept Trust (später umbenannt in Tuxedo) seit dem Einstieg Anfang 2001 rund 60 Millionen an Buchwert verloren hat.
Das CommCept-Konzept ist ins Wanken geraten: zur Wiedergewinnung des Investorenvertrauens planen die Verantwortlichen eine Neuausrichtung. Es ist vorgesehen, dass der Verwaltungsrat künftig selber über die Geldanlagen bestimmen wird. Auch die Ascoop reagiert und zieht Konsequenzen: Ihr Direktor tritt aus dem Verwaltungsrat der CommCept Trust zurück. Die Ascoop bleibt jedoch mit 6.1 Prozent eine der Hauptaktionärinnen, neben der Coop Personalvorsorge (9.9 Prozent) und der Basellandschaftliche Pensionskasse (9.7 Prozent). Im Juni 2001 will der Trust das neue Anlagekonzept und einen neuen Vermögensverwalter vorstellen. Diese sollen die Hauptaktionäre entlasten, die ihre Unterstützung für den Neubeginn zugesichert haben sollen. Mittels einer «Notbremsung» (Der Bund, 16. Juni 2001) hat CommCept Trust (Zug) per 1. Juli 2001 ihrer Vermögensverwalterin CommCept AG (Zürich) das Mandat entzogen. Eine von CommCept Trust arrangierte Kapitalerhöhung, die neue Investoren hätte bringen sollen, ist gescheitert, da die Grossinvestoren der CommCept das Vertrauen bereits im April entzogen hätten. Jetzt strebt die Beteiligungsgesellschaft CommCept Trust unter neuem Namen einen Neuanfang an. CommCept Trust notiert 17.5 Prozent unter dem per 21. Juni berechneten inneren Wert, Präsident Rolf Brunner tritt per sofort von allen Funktionen zurück. Der Ball liegt jetzt bei den Pensionskassen von Coop, Baselland und Ascoop. An einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 28. Juni 2001 soll entschieden werden, wer in Zukunft mit dem Assetmanagement der CommCept Trust betraut werden soll. Swissfirst steht auf der Kandidatenliste zuoberst und prüft eine Übernahme. Schliesslich verzichtet sie auf ihre Kandidatur als Portfoliomanagerin. Ausserdem hatte die Geschäftsleistung neue Verwaltungsratskandidaten vorgeschlagen, von denen sich jedoch mehrere wieder zurückziehen, weil ihnen die Unterstützung durch die grössten Aktionäre, die Coop-Pensionskasse und die Pensionskasse vom Kanton Baselland, entzogen worden sei. Die Ascoop zeigt sich von diesen Rückzügen überrascht und betont Ende Juni 2001 gegenüber dem «Bund», dass sie eine Neuausrichtung unterstützt hätte.
Fakt ist, dass die CommCept Maschinerie erheblich ins Stocken gerät, als die beteiligten Pensionskassen sich weigern, weitere Mittel zu investieren. Dies nachdem sie nach einem längeren Denkprozess nun auch die inhärenten Risiken einer derartigen Beteiligung einsehen. Nach dem erwähnten Rückzug von Swissfirst, übernimmt die Rentenanstalt/Swisslife 20 Prozent der Aktien des Commcept Trust, der anschliessend in Tuxedo Invest umbenannt wird. Die auf Anlagen in Schweizer Nebenwerte spezialisierte Tuxedo Invest mit Sitz in Cham tritt ein schweres Erbe an. In ihrem rund 250 Mio. Fr. umfassenden Vermögen liegen Grosspositionen in IC Cham, Orell Füssli und Scana – allesamt Titel mit einem wenig liquiden Handel. Hier geht es um die Hinterlassenschaft der Aktienhändlerin Commcept AG, die ihre damals noch Commcept Trust genannte Anlagegesellschaft wegen finanzieller Probleme Mitte 2001 an die Rentenanstalt übertragen musste. Auch unter neuem Management und geändertem Namen kann sich das kotierte Anlagegefäss nicht vom Markt abheben. Im Gegenteil: Seit die Rentenanstalt/Swisslife mit von der Partie ist, verlieren die Tuxedo-Titel deutlich mehr als der Vergleichsindex. Anlagen in Tuxedo-Aktien bleiben mit vielen unwägbaren Risiken verbunden.
Auch im Jahr 2003 geht es der Tuxedo Inc. weiterhin schlecht: Ihre Titel notieren anfangs April gut 20 Prozent unter dem inneren Wert. Der mit Swisslife bestehende Vermögensverwaltungsauftrag wird auf Ende April 2003 aufgelöst. Den Aktionären stellt Tuxedo in Aussicht, dass sie innerhalb von rund einem Jahr den gesamten inneren Wert ihres Portefeuilles erhalten werden. Die Tuxedo kündigt zur gleichen Zeit eine Liquidation in Raten an. Begründet wird diese durch die Differenz zwischen Börsenkurs und innerem Wert der Tuxedo-Aktien. Auch die Ascoop unterstützt die Kapitalherabsetzung. Sie ist mit einem Anteil von rund 8 Prozent an der Tuxedo beteiligt. Durch deren Liquidation wird eines ihrer Verlustlöcher gekittet.



