Beteiligung an Bern-Venture

Die Bern-Venture ist eine Risikokapitalgesellschaft mit Eigenkapitalrenditen von 20 Prozent. Ihr Engagement konzentriert sich im Wesentlichen auf den Espace Mittelland. Leitgedanken der Gruppe ist es, durch Investitionen in Menschen und Ideen einen Mehrwert zu schaffen. Wenn die Beteiligungen erfolgreich verlaufen, zieht sich die Gruppe nach einer Betreuungsphase wieder aus den einzelnen Geschäften zurück und reinvestiert das dadurch freigewordene Kapital in neue Projekte.

Im Jahr 2000 beträgt ihr Aktienkapital 30 Mio. Franken. Sie verzeichnet einen Konzerngewinn von 6.5 Mio. Franken. Zu den Grundsätzen der BV Gruppe gehört es, immer mindestens 5 Mio. Franken Liquidität zu halten. Der Kapitalanteil der institutionellen Anleger (wie Pensionskassen, Versicherungen und so weiter) von 33 Prozent ist im Wachstum begriffen, dies zulasten der Privatanleger, die im Herbst 2000 noch mit rund 57 Prozent beteiligt sind.

Was die Beziehung der BV Group zur Pensionskasse der Ascoop angeht, so lässt die Zuwahl des damaligen Ascoop-Direktors in den Verwaltungsrat der Bern Venture im Frühjahr 2001 darauf schliessen, dass die Pensionskasse ein Aktienpaket der BV-Gruppe erworben hat. Die Ascoop begibt sich dabei laut Experten auf dünnes Eis. Im «Bund» wird im Mai 2001 vor einer Beteiligung an der Bern-Venture gewarnt: «Ein Investment in die Bern-Venture-Idee ist mit grossen Chancen, aber auch grossen Risiken verbunden. Investieren Sie deshalb nur so viel, wie Sie potenziell auch verlieren können.» (Der Bund, 10.05.2001)

In der Tat macht die BV Group im Herbst desselben Jahres turbulente Zeiten durch. Die Gruppe verfügt über eine Eigenkapitalbasis von 61 Mio. Franken und flüssigen Mitteln von rund 15 Millionen. In der Führungsetage geht man davon aus, dass das laufende Ergebnis durch Abschreibungen und Wertberichtigungen negativ belastet wird. Die BV Group hat drei Beteiligungsgesellschaften (BVcom, BVtec und BVmed) aufgebaut und zwar in einem rasanten Tempo, weshalb nach Abschluss deren Lancierung auf Konsolidierung gesetzt wird. Ende 2001 findet in der Chefetage der BV Group ein Sesselrücken statt: Der Geschäftsführer und sein Stellvertreter verlassen die Gruppe, da sie sich offenbar seit Monaten mit dem Verwaltungsrat nicht mehr über die operative Leitung einig wurden.

Dem Ascoop-Direktor, der im Verwaltungsrat der Bern Venture Einsitz hat, wird vorgehalten, mit dem Geld der Versicherten Aktien gekauft zu haben. Die hochriskanten Engagements zerfallen in vielen Fällen durch massive Kurseinbrüche. In den Medien wird dem Direktor vorgeworfen, sich für seine Verwaltungsratstätigkeit fürstlich entschädigt haben zu lassen. Diese Beteiligungen haben der Ascoop starken Schaden zugefügt. Die Ascoop-Führung einigt sich über einen aussergerichtlichen Entscheid mit ihrem Direktor. Gemäss diesem muss er der Ascoop 290000 Franken zurückzahlen und auf einen Teil seiner Rente verzichten.  

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