Inhaltsverzeichnis der aktuellen «Schweizer Personalvorsorge»
Schweizer Personalvorsorge 08/2010
Editorial
Wissen statt Vorurteile
Kaspar Hohler
Der Akzent-Teil des vorliegenden Hefts beschäftigt sich mit Fragen aus dem Bereich der Kollektivversicherung. Versicherungsgesellschaften werden oft angefeindet: Bei der Umwandlungssatz-Abstimmung wurden sie zum Inbegriff der Abzockerei hochstilisiert, einige Gewerkschaftsexponenten möchten sie am liebsten gleich ganz aus der 2. Säule ausschliessen. Nur wenige machen sich die Mühe, sich wirklich mit dem Vollversicherungsmodell und mit anderen Vorsorgelösungen auseinanderzusetzen, die von Versicherern offeriert werden. Die vorliegenden Artikel liefern einen Beitrag zu einem besseren Verständnis. So wird beispielsweise auf die Kostenstruktur und die Problematik der korrekten Tarifierung eingegangen.
Weitere Beiträge liefern Gedankenanstösse über das konkrete Tagesgeschäft hinaus: Was könnte eine Aufhebung der Unterscheidung zwischen Unfall und Krankheit in der Sozialversicherungslogik bewirken? Wie lässt sich das Langlebigkeitsrisiko auf dem Kapitalmarkt platzieren? Gerade der letzte Punkt wird in der Branche sehr kontrovers diskutiert. Während Versicherungs- und Finanzfachleute die Möglichkeit als interessant erachten, stehen Pensionskassen-Exponenten der Idee eher ablehnend gegenüber: Sie vermuten, dass ihnen das Langlebigkeitsrisiko, das sie bereits auf der Passiv-Seite zu tragen haben, nun unter dem Etikett der Diversifizierung auch noch als Anlageprodukt auf der Aktiv-Seite untergejubelt werden soll.
Die Tücken des Langlebigkeitsrisikos haben auch dazu beigetragen, dass die Pensionskasse der SBB praktisch seit ihrer Ausfinanzierung in Schieflage ist. Nachdem in der Juli-Ausgabe der Start der Kasse in die Unabhängigkeit skizziert wurde, lesen Sie in diesem Heft mehr zu den bisherigen Sanierungsbemühungen. In der September-Ausgabe rundet ein Interview mit dem Stiftungsratspräsidenten der PK SBB das Thema ab. Wir möchten so – ähnlich wie beim Thema Kollektivversicherung – dazu beitragen, dass die Diskussion rund um einen Bundesbeitrag nicht von Polemik geprägt ist, sondern von Fakten.



